D O S T O J E W S K I  


Annenkov , Pavel Vasilievich Aksakow , Ivan Sergeyevich Belinsky , Vissarion Grigorovich

     
Die Schule
Das Tschermaks-Internat „für adlige Kinder männlichen Geschlechts“ wurde als einer der besten der Zeit angesehen. Die Schüler kamen aus der vornehmsten Aristokratie und Intelligenzia und standen vom sozialen Prestige her hoch über den Brüdern Dostojewski.
Diese Internatsschule war dafür bekannt, dass sie ihren Schülern eine erstklassige literarische Bildung zu teil werden ließ. Die Schulbibliothek war bestens bestückt, und Dostojewski stürzte sich lesehungrig über die Bücher.
„Dostojewskij, Sträfling - Spieler - Dichterfürst“ Geir Kjeetsa; Verlags KG Wiesbaden, 1985 S. 26 ff
 
„Dostojewski konnte bereits als Vierjähriger Lesen und Schreiben.“
Hamel, Christine; Dostojewskij S. 13

Die Schulkosten überstiegen bei weitem die Mittel des Vaters. Jeder Platz kostete 800 Rubel. Das entsprach dem Jahresverdienst des Vaters. So arbeitete er noch in einer Privatpraxis und nahm Anleihen auf. Dass er also ausschließlich geizig gewesen ist, trifft somit nicht ohne Einschränkung zu.
„Dostojewskij, Sträfling - Spieler - Dichterfürst“ Geir Kjeetsa; Verlags KG Wiesbaden, 1985 S. 26 ff
 
In anderen Biographien findet man hingegen die Angabe, dass die Schulplätze gefördert gewesen wären und somit kein Schulgeld entrichtet werden musste. Vgl. zum Beispiel bei Hamel, Christine; Dostojewskij
oder auch bei Jolan Neufeld, Skizze zu einer Psychoanalyse: „Als Staatsbeamter bekam der alte Dostojewski für alle seine Söhne Freiplatze an staatlichen Instituten.“
 
Mitschüler über ihn:
"Ein ernster, grüblerischer Junge mit blondem Haar und blassem Gesicht. (. . .) Er interessierte sich nicht sonderlich für unsere Spiele. In den Pausen ging er selten von seinen Büchern weg, und wenn, dann sprach er mit den ältesten Schülern."
Ebenda


Dostojewskis Bruder Andrej kann sich noch gut an diese Zeit erinnern und weiß viele Details zu berichten.
Hier zu lesen

 
Sein Bruder Michail ist bereits zu dieser Zeit der wesentliche Bezugspunkt für Dostojewski und bleibt auch der einzige seiner Geschwister, zu dem er einen engen Kontakt pflegen wird. Nach der Grundschulzeit wird Michail eine andere Schule besuchen müssen als sein Bruder. (Die Schule konnte durch die Eltern nicht bezahlt werden. Fjodors Platz war eine Art geförderter Platz). Dostojewski leidet an dieser Trennung dann recht stark.
 
An dieser Schule lehrte ein Lehrer Namens Bilewitsch, der ein begeisterter Anhänger Nowikows und seiner Aufklärungsideen war und diese seinen Schülern vermittelte. Die Nachwirkungen lassen sich bis in die Notizen zum Roman Der Jüngling (und im Roman selbst) und zum Leben eines großen Sünders nachweisen, ohne daß der Name Bilewitsch auftaucht.
Vgl. Konrad Onasch, Dostojevskij in der Tradition der russischen "Laientheologen"






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