D O S T O J E W S K I  


Dostoyevski, பியோதர் தஸ்தயெவ்ஸ்கி, ฟีโอดอร์ ดอสโตเยฟสกี, Fýodor Dostoýewskiý, Dostoyevskiy, Dostojevskii, Dostoevsky, Dostoyevskiy, Dostoyevsky, თეოდორ დოსტოევსკი, 费奥多尔•陀思妥耶夫斯基, 杜斯托也夫斯基, Dostoievski, Dostoievski, Dostoiévski, Dostoievskii, Dostoyevskî, თედორე დოსტოევსკი, フョードル・ドストエフスキー, Ντοστογιέφσκι, Duostuojėvskis, Dostojefski, ፍዮዶር ዶስቶየቭስኪ, فيودور دوستويفسكي
 
,,Er war mittelgroß und schmalbrüstig“, erzählt einer seiner Zimmergenossen aus der 1. Kompanie. ,,Sein Gesicht sah mit den rasierten, eingefallenen Wangen ganz krank aus und machte ihn älter, als er war. Er hatte graue Augen und einen ernsten, düsteren Blick. In der Baracke sahen wir Soldaten ihn nie lächeln. (. . .) Keinem erzählte er von seiner Vergangenheit; er war überhaupt nicht sehr gesprächig. Sein einziges Buch war das Evangelium, das er sorgsam hütete; er schien große Stücke darauf zu halten. In der Baracke schrieb er nie, als Soldat hatte man nicht viel Freizeit. Nur selten ging er  aus, die meiste Zeit saß er alleine in Gedanken versunken da.“
Kjeetsa, Geir; Dostojewskij, Sträfling - Spieler - Dichterfürst S. 146
 

Selbst in Semipalatinsk hatte Dostojewski vier Wohnorte.
Einen guten Monat lebte er mit den Soldaten in der Kaserne. Diese Sondererlaubnis, da völlig unüblich, hatte der General Ivanow angeregt und durchgesetzt. Jener Ivanow, der Dostojewski bereits in Omsk mehrfach privilegierte Unterstützungen und Sonderbedingungen hatte zukommen lassen.
Vgl. Rachmanowa Bd 2  S. 152 
F. M. Dostojewski – Briefe, Piper 1920 S. 260

 
Bald darauf zog er in ein Haus am Rande der Stadt, in völlig trostloser Gegend: Brachland, Flugsand, kein Busch, kein Baum. Ein morsches Holzhaus, sich bereits zur Seite neigend. Es besaß kein Fundament aber auch kein reguläres Fenster. Faktisch war es ein recht großes aber sehr niedriges Zimmer, immer im Halbdunkel liegend. Die Balkenwände waren mit Ton verschmiert. Links vom Eingang stand ein großer russischer Ofen. Anstelle eines Schrankes gab es eine Bretterkiste. Der „Schlafraum“ entstand durch die Abtrennung mittels Brettern.  Im eigentlichen Zimmer gab es sogar Grünpflanzen und selbst Gardinen. Er las und schrieb bei lediglich einem Talglicht. Diese waren jedoch völliger Luxus. Besonders unangenehm jedoch sollen Scharen von Kakerlaken und Sandflöhen gewesen sein.
Vgl. Wrangels Erinnerungen in F. M. Dostojewski – Briefe, Piper 1920 S. 261 f.

Wrangel beschreibt Semipalatinsks Tristesse:
„Im einzigen Kaufladen der Stadt konnte man alles, von gewöhnlichen Nägeln bis zu Pariser Parfümerien bekommen. Einen Bücherladen gab es nicht; denn es gab niemand, der Bücher gekauft hätte.
(…)
Ich kann mich an keinen einzigen Tanzabend, an kein einziges Picknick oder an einen gemeinsamen Ausflug erinnern. Ein jeder lebte für sich. Die Männer tranken, aßen, spielten Karten, verübten Skandale und besuchten die reichen Tataren der Umgebung; die Frauen befassten sich hauptsächlich mit Klatsch.“
Wrangels Erinnerungen in F. M. Dostojewski – Briefe, Piper 1920 S. 262 f.

Dostojewski und Wrangel wohnten zeitweise zusammen. Bei der Kleinbürgerin Kasakowa mietete Wrangel im Frühsommer 1855 ein Haus mit Garten und bot Dostojewski an, mit ihm dort zu wohnen. Dostojewski nahm das Angebot an.
 
Nach seiner Heirat mit Maria 1857 bezog er eine Wohnung im Haus des Briefträgers Ljapuchina zur Miete. Es bestand aus vier Zimmern: Esszimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer.
 
 
      
          Das Haus in Semipalatinsk (1857-1859)                Quelle: His Dudeness

  
Das Denkmal im Vordergrund bildet Dostojewski und den Wissenschaftler Walichanowu ab. Das Besondere an diesem Denkmal: Es zeigt Dostojewski nicht in den typischen älteren Zügen, sondern als jungen Mann.

Der Betonbau hinter dem Haus ist mit selbigem verbunden. Es beherbergt das Dostojewski-Literaturmuseum. Geziert wird das Betongebäude von einem Relief Dostojewskis; dies wieder in klassischer Weise; mit dem feinen Unterschied, dass seine Gesichtszüge recht asiatisch anmuten.

 
         
          Quelle:      Thanx  Vladimir Parshukov
 
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