D O S T O J E W S K I  


Федор Федорович Достоевский Хомяков, Алексей Степанович Дуров, Сергей Федорович Данилевский, Николай Яковлевич Гоголь, Достоевский, Фёдор Михайлович Николай Васильевич Гончаров
 
Veröffentlichung
1846 erstmals in der Zeitschrift "Vaterländische Analen" Bd. 44
 
Handlung
Ein Beamter wird von seinem sich zunehmend vergegenständlichenden Ego zunehmend aus dem eigenen Leben verdrängt und endet im Wahnsinn.
 
 
Федор Федорович Достоевский Хомяков, Алексей Степанович Дуров, Сергей Федорович Данилевский, Николай Яковлевич Гоголь, Достоевский, Фёдор Михайлович Николай Васильевич Гончаров
 
 
 
Anmerkungen
Dostojewski zum Doppelgänger 1877:
„Seine Idee war durchaus bedeutend, und ich habe im Laufe meiner ganzen Karriere nichts Ernsteres hervorgebracht.“
Troyat S. 88

November 1845 Dostojewski an seinen Bruder Michail:
„Ja Bruder, wenn ich Dir alle meine Erfolge aufzählen wollte, so mir das Papier dazu nicht ausreichen. Ich glaube, daß ich bald viel Geld haben werde. Goljadkin geling mir großartig; es wird meine Meisterwerk werden.“
Briefe; Piper S. 51
 
„Das Phantastische erinnert an Gogols Petersburger Erzählungen, vor allem an die Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen und an Die Nase. Nicht zu übersehen sind auch die Vorbilder aus der westeuropäischen Literatur insbesondere der grotesk-romantischen Werke E.T.A. Hoffmanns.“
Dostojewski; Weiße Nächte – Frühe Prosa II, Aufbau Verlag 1986  S. 497
 
April 1846 Dostojewski an seinen Bruder Michail
„Unangenehm und qualvoll ist es jedoch für mich, daß mein eigenen Freunde, Belinskij und die anderen, mit meinem Goljadkin unzufrieden sind. Der erste Eindruck war ein unbewusstes Entzücken, großes Aufsehen und großes Gerede. Der zweite Eindruck war Kritik. Alle, das heißt meine Freunde und das Publikum, erklärten einstimmig, daß mein Goljadkin langweilig und fad sei und so sehr in die Länge gezogen, daß man ihn unmöglich lesen könne.“
Ebenda S. 55
 
„Bei der ersten Lesung war Belinskij noch begeistert von den `erstaunlichen psychologischen Feinheiten` ,wie sie nur Dostojewski beherrsche. Ein Jahr später, als der ganze Roman vorlag, schrieb Belinskij, der Doppelgänger sei von einem `Kolorit der Phantastik` gekennzeichnet, das nicht von Poeten, sondern von Ärzten behandelt werden müsse.“
Ebenda  S. 531
 
Auch Belinskij hat bei aller Schärfe seiner Kritik nicht geleugnet, daß `der Autor große schöpferische Kraft an den Tag gelegt, und der Charakter des Helden gehört zu den tiefsten und kühnsten Konzeptionen, deren sich die russische Literatur rühmen kann; Geist und Wahrheit gibt es in diesem Werk eine Unmenge, ebenso künstlerische Meisterschaft`."
Onasch, Konrad; Dostojewski als Verführer S. 113
 

gg 


„Später plante er die Umarbeitung des Werkes. 1859 teilte er aus Twer seinem Bruder mit: `Währenddessen will ich Dir Mitte Dezember den aufgebesserten `Doppelgänger` senden (oder persönlich bringen). Glaube mir Bruder, diese Umarbeitung, unter Hinzufügung eines Vorwortes, wirkt ganz ebenso, als ob es ein ganz neuer Roman sei. Das Publikum wird endlich erkennen, was eigentlich der `Doppelgänger` vorstellt! Ich hoffe, sogar allzu großes Interesse damit zu erregen.
Mit einem Wort, ich fordere alle zum Kampfe heraus. Und endlich, wenn ich auch den `Doppelgänger` jetzt nicht umarbeite, wann werde ich denn sonst dazu kommen? Weshalb soll ich aber eine vortreffliche Idee verloren geben, einen sehr bedeutsamen Typ, was seine gesellschaftliche Wichtigkeit anbetrifft, den ich zuerst entdeckte und dessen Verkünder ich gewesen bin?“
Dostojewski F. M.; Briefe 1937 – 1981  Als schwanke der Boden unter mir, Verlag der Greif Wiesbaden  S. 148
 
Die geplante Neubearbeitung kam nicht zustande. Allerdings finden sich in Dostojewskis Notizbüchern der Jahre 1861 bis 1864, Entwürfe zu einigen neuen und aufschlussreichen Episoden zum Doppelgänger.“
Dostojewski; Weiße Nächte – Frühe Prosa II, Aufbau Verlag 1986  S. 499
 
 
„Für die spätere Entwicklung Dostojevskijs ist dieses Werk sehr wichtig. Es enthält bereits vieles, was später in den weiteren Werken ausgearbeitet wurde. Der innere Zwiespalt, der Kampf gegen das eigene Minderwertigkeitsgefühl, die Personifizierung des `Ichs` in Gestalt eines Zerrbildes – all diese Motive findet man in der Reifezeit Dostojevskijs wieder.“
Trubetzkoy; Dostojevskij als Künstler S. 51


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