D O S T O J E W S K I  



 
Torquemada hat Dostojewskij „Don Carlos“ entlehnt. Doch ging es beiden lediglich vordergründig um den Widerspruch zwischen christlicher Lehre und kirchlicher Praxis.
Wolle, Stefan;  Die heile Welt der Diktatur  S. 126
 
Fjodor lektorierte die Übersetzung seines Bruders Michael, die 1848 erschien. Also kannte der Dichter die Figur des Großinquisitors aus dem »Don Carlos«. Vermutlich hat er auch von Schillers Äußerung Notiz genommen, der in seinem zweiten Brief über »Don Carlos« schrieb: »Sagen Sie selbst, mein Freund – das kühnste Ideal einer Menschenrepublik allgemeiner Duldung und Gewissensfreiheit, wo konnte es besser und wo natürlicher zur Welt geboren werden als in der Nähe Philipps II. und seiner Inquisition?«
„Ein lohnendes und spannendes Unternehmen ist es, die Gestalt des Großinquisitors in Schillers »Don Carlos« (V. Akt, 10. Auftritt) mit dem Großinquisitor in Dostojewskijs Roman »Die Brüder Karamasow« (5. Buch, Kapitel V) zu vergleichen.
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Wir befinden uns im Spanien des 16. Jahrhunderts. Ins Auge fällt sofort, dass beide Gestalten im Alter und in ihrer Erscheinung sich sehr ähnlich sind. Beide sind Greise von neunzig Jahren, asketisch in ihrem Aussehen. Beide sind Ankläger und beherrschen das Gespräch. Beide sind unerbittliche Gegner menschlicher Freiheit und Verkörperungen totalitärer Unmenschlichkeit.“


 

Ob nun Fortführung oder Neuauflage. Jeder der den Großinquisitor kennt, kann ihn hier dezidiert mit dem Don Carlos „vergleichen“:

 
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