D O S T O J E W S K I  



 
"Die Aussage war von F. M. eigenhändig geschrieben, in sehr kleiner, allerdings klarer Schrift, und umfasste ungefähr 50 Seiten Großformat (im Druck betrug das ungefähr 20 Seiten Großformat)" so seine Ehefrau 1898
In Hinsicht auf sein Verhältnis zu Beleinski einige Auszüge aus Dostojewskis schriftlicher Zeugenaussage vom 6. Mai 1849:
 
 
"Ich war eine Zeit lang mit Belinski befreundet. Als Mensch war er vortrefflich. Aber die Krankheit, die ihn ins Grab brachte, hatte in ihm auch den Menschen zerstört. Sie hatte seine Seele verhärtet, grausam werden lassen und sein Herz mit Bitterkeit erfüllt. Seine angespannte, ausschweifende Vorstellungskraft weitete alles ins Kolossale aus, und zeigte ihm Dinge, die nur er zu sehen allein in Lage war. Es traten plötzlich so viele Mängel und Laster bei ihm auf, von denen im gesunden Zustand überhaupt keine Rede sein konnte. Unter anderem machte sich bei ihm eine äußerst gereizte und verletzte Eigenliebe bemerkbar.
 
(. . .)

Vielen Personen der literarischen Welt ist mein Zerwürfnis und darauffolgender endgültiger Bruch mit Belinski im Jahr seinem letzten Lebensjahr nicht unbekannt. Bekannt ist auch der Grund unserer Auseinandersetzung. Es ging dabei um die Literatur und die Richtung der Literatur. Meine Auffassung war der Auffassung Belinskis radikal entgegengesetzt. Ich verurteile ihn, weil er sich bemühte, der Literatur eine private, ihr nicht gemäße Zweckbestimmung zu verleihen, und sie dadurch ausschließlich zur Beschreibung, wenn man es so ausdrücken soll, von Zeitungshaltern oder skandalösen Ereignissen herabwürdigte. Besonders habe ich ihm darin widersprochen, dass man mit Bosheit Sympathie gewinnen könne, man macht sich damit nur bei allen und jedem tödlich verhaßt, wenn man Hinz und Kunz auf der Straße aufspürt, jeden Passanten wegen einem Knopf an seinem Frack anhält und anfängt, ihn zu belehren und ans Gängelband zu nehmen. Belinski war mir böse, und schließlich gerieten wir, durch diese Abkühlung in einen formalen Streit, so daß wir uns daraufhin während seines ganzen letzten Lebensjahres nicht wieder gesehen haben."
N. F. Beltschikow; Dostojewski im Prozeß der Petraschewzn

Belinski liest in Paris A. Herzen den Brief an Gogol vor  (Zeichnung von B. Lebedew),
jenen Brief, für dessen Vorlesen Dostojewski zum Tode verurteilt wurde.


nach oben
 
Kontakt                          Impressum                         Gästebuch
 
 
Impressum