D O S T O J E W S K I  


Мария Федоровна,Записки из подполья крокодил Преступление и наказание игрок Идиот Вечный муж демоны Писатель Дневник Бобок Достоевский, Фёдор Михайлович
 
"Romane von Dostojewski gleichen in ihrem Aufbau dramatischen Werken. Sie enthalten kaum Beschreibungen, sondern zahlreiche Dialoge. Russische Symbolisten sahen in Die Brüder Karamasow eine Verbindung zur antiken Tragödie, W. Nemirowitsch-Dantschenko verglich den Roman mit dem Mysterium – dem außerordentlichen Traktat des Menschenlebens.

Die Komposition seiner Romane erinnert an klassische Dramen mit ausgeprägtem Konflikt. Hauptpersonen sind gegeneinander gestellt. Nebenfiguren platzieren sich in Bezug auf die entgegengesetzten Seiten. An einem Ort sammelt Dostojewski allmählich die Figuren, unter denen entweder Anhänger oder Feinde sind. Die Konflikte verlaufen immer öffentlich. Der Autor schließt die Szene mit einem Skandal in Anwesenheit von Augenzeugen. Ein Skandal folgt dem anderen.

Dostojewski ist ein Meister der spannenden Intrige. Verschiedene Stränge verschlingen sich mehrfach und wirken zusammen, wie in einem Theaterstück. Die Dynamik seiner Romane entspricht der theatralischen Zeitdimension. Über hunderte von Seiten erstrecken sich die Ereignisse, zeitlich aber innerhalb nur eines Tages oder einer Woche.


                       


Die dialogische Form zeichnet nicht nur die Prosastruktur Dostojewskis aus, sondern auch die Psyche seiner Helden. Während des Streits mit sich selbst spaltet sich das Bewusstsein von Iwan Karamasow und verwandelt sich in den Dialog mit dem Teufel, als ob dieser sich im Inneren befinden würde.

Obwohl Dostojewski den Konflikt ziemlich klassisch aufbaut, schafft er neue Helden, die die Helden des modernen Dramas vorwegnehmen. Männliche Personen sind nervenschwach, handeln oft affektiert, weibliche Personen zeichnen sich durch Erregbarkeit und Hysterie aus. Die Taten der Helden werden durch ihr Unterbewusstsein und sexuelle Unzufriedenheit geleitet, ihre Begierden sind pathologisch. Der Schriftsteller zeigt, wie die Leidenschaft und
die fixe Idee einen Menschen versklaven, er berührte auch die heutigen aktuellen Themen der Gewalttat und des Terrors.

Schon in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten Inszenierungen.

Sehr bedeutsam war die Aufführung Die Brüder Karamasow 1910 im MKT. Der Roman wurde als Tragödie, als Ensemble der tragischen Personen inszeniert. K. Stanislawski inszenierte späterhin Nikolai Stawrogin nach Die Dämonen als Vorgefühl der Revolution. Fast alle russischen Regisseure wandten sich der Prosa Dostojewskis zu. Vom Drama der Ecke nach Aufzeichnungen aus dem Kellerloch von W. Fokin bis Tragödie der Einsamkeit in Der Idiot von G. Tovstonogov; von der „Romantik“ der verbrecherischen Ideen Raskolnikovs in Ju. Sawadskis Petersburger Träume bis zur publizistischen Verschärfung der Tötungsidee in Schuld und Sühne von Ju. Lubimov."

Der Text entstammt einer Seminar-Ankündigung von Maria Tsurkan.


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