D O S T O J E W S K I  


Андрей Михайлович Достоевский Анна Григорьевна Достоевская, Евдокия Яковлевна Панаева, Анна Васильевна Корвин Krukowskaja Достоевский, Фёдор Михайлович Марья Дмитриевна Issajewna
 
In eben in diesen "Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen" und der Abhandlung "Über das Schöne" findet sich das Schillersche Konzept des 'schönen Menschen'.
 
„Schillers ausführliche Abhandlung `Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen` ist keine Anleitung zum adäquaten Verstehen von Kunstwerken, sondern eine  Anleitung zur bewussten Selbsterfahrung mit dem Ziel der Selbsterziehung zur moralischen Person. Drei Zustände werden durchlaufen: der physische, der ästhetische, der moralische.“
Gerigk; Ein Meister aus Russland  S. 50
 
Zugespitzt formuliert, die „Folge“ der Schiller-Übersetzungen Dostojewskis Bruders:
 
„Von Schiller übernimmt er (Dostojewski) die anthropologische Prämisse.“
Gerigk; Dostojewskij und Deutschland – Swetlana Geier zu Ehren
 
  


Schillerbüste in Jena   Quelle: Wikipedia
 

„In seinen Romanen setzte der russische Schriftsteller die Hoffnung auf das neue Menschen- und Weltbild. Im Unterschied zu Schiller, sollen dafür eine tiefe Religiosität und eine aufopfernde Liebe dienen. Dostojewski war aber so wie Schiller sicher, dass die Schönheit die Welt retten soll.“
Häfner; Schillers Blick auf die Frage nach dem Schönen und der Kunst vor dem Hintergrund der Interessen seiner Zeit
  
„Nach dem ersten Auftritt Swidrigailows wird Raskolnikow in den Entwürfen erstmals als Schillersche schöne Seele, `Der reine Schiller! Unser Schiller! Ja, das ist Schiller` bezeichnet.“
Potthoff, Wilfried; Zu Dostoevskijs Konzeption des literarischen Helden in den 1860-er Jahren
 
„Wie Schiller ist Dostojewski bereit, Schönheit mit den Guten und moralisch Integren zu identifizieren.“
Kjetsaa; Sträfling, Spieler, Dichterfürst S. 183
 
Insofern wird die Intention Dostojewskis sentimentaler Werke aus seiner ersten Schaffensperiode erklärlicher:
 

"Die sentimentale Literatur setzte ästhetische Werte anstelle ethischer. Sie zielte auf den ästhetischen Effekt. Man könnte hier auf Schillers Verständnis sentimentaler Literatur zurückgreifen als der Darstellung des Ideals im Gegensatz zur Darstellung der Wirklichkeit in der naiven Literatur. Dieses Ideal gipfelte im Begriff des Schönen und erhielt von daher seinen Sinn. Im Schönen offenbarte sich das Wesentliche."
Neuhäuser; Frühwerk Dostoevskijs S. 69

„Auf eine intensivere Auseinandersetzung mit Schiller deutende Reflexe finden sich in etlichen seiner Werke, so in motivischen Parallelen der auch in den Grundzügen des Sujets mit `Kabale und Liebe` verwandten `Erniedrigten und Beleidigten`, oder im bei Dostoevskij durch persönliche Erfahrungen mitgeprägten Thema des Konfliktes Vater und Sohn. Dabei wird Schiller jedoch häufiger als Inbegriff eines extremen, moralische Reinheit und ästhetische Makellosigkeit implizierten Idealismus ironisiert, ja im vorletzten Kapitel des `Dorfes Stepantschikowo` parodiert Dostoevskij anhand zahlreicher aus dem Zusammenhang gerissener Zitate die `Räuber`.“
Drews, Peter; Schiller und die Slaven S. 55 ff


"Fürst Myschkin, der zu den schönen Seelen, d.h. den ästhetisch lebenden Menschen gehört, in denen sich Dostojevskij wohl auch selbst gezeichnet hat, wird der Ausspruch zugeschrieben, den man auch oft seinem Autor zuordnet: Die Schönheit wird die Welt retten."
Neuhäuser, Rudolf; Dostojevskij und die "Schönseligkeit" des religiösen Menschen


Dostojewski in der Juli-Ausgabe 1861 der Wremja, dem Artikel „Herr –bow und die Frage der Kunst"; einem polemischen Aufsatz gegen N. A. Dobroljubow:
„Das Bedürfnis nach Schönheit und der sie formenden kreativen Betätigung ist vom Menschen nicht zu trennen, und ohne diese Schönheit möchte der Mensch vielleicht gar nicht leben. Er dürstet nach ihr, findet und rezipiert sie vorbehaltlos, einfach so, weil sie die Schönheit ist, in Andacht verneigt er sich vor ihr und fragt nicht, wozu nützlich ist und welchen Gewinn man aus ihr ziehen kann. Vielleicht liegt genau darin das große Geheimnis des künstlerischen Schaffens, dass das dabei entstehende Bild der Schönheit sogleich und vorbehaltlos zum Idol wird.“
Dudek/ Wegner (Hrsg.); Eine verfängliche Frage S. 153


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