D O S T O J E W S K I  


Вера Михайловна Достоевская Санкт-Петербург, Москва, Омск, Семипалатинск, Федор, Тверь, Федор, Тобольск, Третье отделение, царь, Достоевский, Фёдор Михайлович  исполнение, Россия, азартные игры, Рулетка, эпилепсия, монархист, славист
 
1863
"In Baden Baden traf er Turgenjew, und beide Dichter sollen fremd aneinander vorbeigegangen sein."
Maurina, Zenta; Dostojewskij, Maximilian Dietrich Verlag 1952 S. 92
 
1863 - 20. September
Dostojewski schreibt aus Turin an seinen Bruder Michail:
"In Baden Baden habe ich Turgenjew gesehen und ich war zweimal bei ihm und er war bei mir. Er hat mir all seine moralischen Qualen und Zweifel ausführlich erzählt. (. . .) In manchem ist er ein Laffe.“

1863 - 18. Oktober
Dostojewski schreibt aus Turin an Turgenjew1865 August /September in Wiesbaden „Es ist mir schrecklich peinlich. Schon in Petersburg hatte ich beschlossen, nach Baden zu fahren (aber nicht deshalb, weswegen ich dann hingefahren bin), sondern um Sie zu treffen. Und wissen Sie was: ich hatte Ihnen vieles zu erzählen und wollte vieles von Ihnen erfahren. Irgendwie hat das nicht geklappt.“

1863 ist Dostojewski in Genf auf der Durchreise und finanziell mal wieder blank. Turgenjew jedoch geht er im Rahmen seiner Bettelorgien noch nicht um Geld an.
 

Dostojewski und Turgenjew; beide von Repin gemalt
 

Dostojewski hat all sein Geld verzockt. Er bettelt selbst Suslowa und Herzen an - und eben auch Turgenjew in Baden Baden; um lächerliche 100 Taler. Turgenjew schickt ihm dagegen lediglich 50 Taler. Ob dessen fühlt sich Dostojewski auf das Schärfste düpiert.
 
1865 - September
Trotz Verärgerung, dass er nur 50 Taler erhalten hat, bedankt er sich bei Turgenjew.
„Ich danke ihnen, verehrter Iwan Sergejewitsch, für Ihre Sendung von fünfzig Talern, wenn sie mir auch nicht radikal geholfen haben.“
Suslowa bezahlte damit ihre Hotelrechnung. Dostojewski selbst lieh sich bei einem ansässigen russisch-orthodoxen Geistlichen, den er nicht mochte, das Geld für seine Abreise.

Bei so viel Wohlhabenheit Turgenjews ist Dostojewskis Ärger verständlich, andererseits wusste Turgenjew von Dostojewski persönlich, dass er dem Spiel verfallen war. Somit kann man die Reduzierung als Ergebnis von Nachsicht und Vernunft betrachten oder eben auch als Ignoranz; wie bei nahezu allem was Dostojewski anbelangt: Es gibt keine Wahrheiten ohne Widerspruch.

1866 klagt Dostojewski gegenüber Anna Korwin Krukowskaja:
„Ich bin sicher, daß kein einziger unserer Schriftsteller der Vergangenheit oder der Gegenwart, je unter Bedingungen geschrieben hat, unter denen ich immer schreiben muss, Turgenjew wäre beim bloßen Gedanken krepiert.“

1866 Schuld und Sühne erscheint
Nach Turgenjews Ansicht war Dostojewski zu sehr auf sich selbst bezogen. Über dem Roman läge ein säuerlicher Verwesungsgeruch. (. . .) „Ich habe aufgegeben Schuld und Sühne zu lesen – das ganze ähnelt einem chronischen Magendrücken.“
Kjetsaa, Geir; Dostojewskij, VMA Verlag Wiesbaden 1985 S. 235


 
                                             Die Turgenjew-Villa in Baden Baden                 Quelle:  www.goodnews4.de/


1867 - 7. Juli
Gontscharow sagte mir, daß Turgenjew Fedja gesehen habe, aber nicht zu ihm gegangen sei, weil er wisse, daß Spieler es nicht mögen, angesprochen zu werden. Da Fedja Turgenjew 50 Rubel schuldet, muß er unbedingt gleich morgen zu ihm gehen, sonst könnte Turgenjew denken, Fedja komme nicht, weil er Angst habe, Turgenjew werde das Geld von ihm zurückverlangen.“
Dostojewskaja A.G.; Erinnerungen, Rütten und Loening Berlin 1976 S. 167

1867 - 10. Juli
In Baden Baden traf Dostojewskij erneut mit Turgenjew zusammen. Hier kam es zwischen beiden zum Eklat und endgültigen Bruch. Über seine entscheidende Begegnung mit Turgenjew schreibt Dostojewski ausführlich am 28. August an A. N. Majkow.
 
Seine Ausführungen schließt er dort wie folgt:
"Die Schadenfreude, mit der ich über Turgenjew spreche, und die Beleidigungen die wir einander zugefügt haben, werden Ihnen vielleicht unangenehm erscheinen. Doch bei Gott, ich kann nicht anders: Er hat mich mit seinen Überraschungen schwer gekränkt. (. . .) Ich kann es aber wirklich nicht mitanhören, wenn ein russischer Verräter, der, wenn er wollte, seinem Land nutzen könnte, derart über Rußland schimpft."
Briefe, Piper S. 226


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