D O S T O J E W S K I  



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"Vom Frühjahr 1879 an nahmen mehrere Lesungen den Charakter von Duellen mit seinem Erzfeind Turgenjew an.
Ein Augenzeuge hat die Kampfhähne kurz vor dem Auftritt geschildert: "Dostojewski ging stumm im Zimmer auf und ab und schlürfte Tee mit Zitrone; Turgenjew versuchte ruhig zu bleiben, doch seine Scherzworte an die umstehenden Mädchen glückten ihm nicht sonderlich.“
Kjetsaa, Geir; Dostojewskij, VMA Verlag Wiesbaden 1985

"Seine Begegnungen mit Turgenjew fielen immer peinlicher aus. Es kam so weit, dass sein Konkurrent ihm die Hand reichte und Dostojewski sie nicht ergriff."
Ebenda


März 1879

„Essen zu Ehren Turgenjews, das Dostojewski nach einer Rede mit der Frage: `Sagen Sie jetzt, welches ist Ihr Ideal, sagen Sie es!` verlässt, als Turgenjew keine Antwort gibt.“
Onasch, Konrad; Dostojewski-Biographie S. 118

Dostojewski wird nach Moskau eingeladen, um zur Einweihung eines Puschkin-Denkmals eine Rede zu halten. Sie geht in die Geschichte als Die Puschkin-Rede ein. 
 
Sie wird von den Teilnehmern euphorisch aufgenommen.
 
"Hysterische Damen mussten aus dem Saal geführt werden, ein junger Mann konnte gerade noch Dostojewskis Hand drücken, bevor er in Ohnmacht fiel. Die Ovationen und Umarmungen nahmen kein Ende. Mit großer Mühe gelang es Turgenjew und Aksakow Dostojewski hinauszuführen. Grogorowitsch ging Taschentuch schwenkend voran, während der Präsident in einem verzweifelten Versuch, die Versammlung zur Ruhe zu bringen, die für Diskussionsleiter gedachte Glocke läutete."
Vgl. Kjeetsa
      

           Das damals eingeweihte Puschkin-Denkmal in Moskau   
Quelle:  Commons / User Aborisov
 
 
„Turgenjew war einer von vielen, die sich hatten mitreißen lassen. Hatte er doch sogar seinen Rivalen mit Tränen in den Augen umarmt. Doch kaum war er wieder in Paris, packten ihn Ekel und Zorn auf dieses `idiotische Gewäsch` über den `russischen Allmenschen`. Lüge und Falschheit von Anfang bis Ende – Dostojewskij hatte schlichtweg die russische Intelligenz verführt. Der konservative Denker Konstantin Leontjew hingegen war empört, dass der Redner die christliche Liebesbotschaft zur Verkündung einer allgemeinen Verbrüderung der Völker missbraucht hatte. Das war eindeutig Ketzerei!“
Kjeetsa S. 438

Nach den Enthüllungsfeierlichkeiten wurde Turgenjew für seine „talentierte Beherrschung der Sprache Puschkins“ zum Ehrendoktor ernannt. Diese Auszeichnung wird Dostojewski wiederum weiter vergrämt haben.

An einem Festessen Tags darauf, hatte Grigorowitsch den Auftrag, dafür zu sorgen, dass die beiden Kampfhähne nicht aneinandergerieten. Als er zusammen mit Turgenjew den Raum betrat, drehte sich Dostojewski demonstrativ um und schaute aus dem Fenster. `Hier gibt es eine interessante Statue zu sehen` sagte Grigorowitsch nervös. Turgenjew zeigte auf  Dostojewskij: `Wenn sie so aussieht wie der, kann ich gut darauf verzichten.` “
Vgl. Kjeetsa S. 433
 
Saltykow-Schtschedrin schrieb im Juni 1880 an A. Ostrowski
„Die Puschkin-Feier hat in mir einige Verwunderung ausgelöst. Offenbar haben es der vernünftige Turgenjew und der unvernünftige Dostojewski verstanden, Puschkin die Feier zu stehlen.“
Vgl. Briefe an Anna Briefe S. 462
 

„In Feindschaft verbunden, demonstrieren Dostojewskij und Turgenjew, jenseits allen anekdotischen Beiwerks, die Personalisierung zweier miteinander unvereinbarer Prinzipien, die Realitäten des Daseins künstlerisch zu bewältigen.“
Gerigk, Turgenjew – Eine Einführung für den Leser von  heute S. 161



Über das Verhältnis der beiden existiert ein Hörspiel.


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